Reichenbach Oberlausitz Facebook-Pinnwand 2015-06-03 06:58:01

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In der heutigen Ausgabe berichtet die Sächsische Zeitung unter der Schlagzeile „Am Sonntag haben die Reichenbacher die Wahl“ von den Ideen der fünf Bürgermeisterkandidaten zu aktuellen Themen.
Dazu stellte die SZ sechs Fragen. Hier sind meine originalen Antworten:
1. ++Wie wollen Sie den Schulstandort Reichenbach langfristig sichern (Stichworte moderne Ausstattung und Anbindung im Schülerverkehr Bus/Bahn)?++
Kinder und Jugendliche mit ihren Talenten sind unser größter Schatz. Umso wichtiger ist es für sie, optimale Bedingungen zu schaffen. Bildung ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und die Entfaltung der Persönlichkeit. Dabei ist es wichtig, die Wege in die Kita, zur Schule und der Ausbildungsstätte so kurz wie möglich zu halten und den hohen Standard dauerhaft zu sichern.
Mit der zentralen Lage Reichenbachs und die Anbindung an das Bahnnetz sind beste Voraussetzungen gegeben.
Gute Bildung erfordert eine gute Ausstattung. Zeitgemäße und stetige Investitionen sind hierfür die Grundlage und sichern den Schulstandort. Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen können die Attraktivität erhöhen und helfen den Übergang in den Beruf zu erleichtern.
Mit der Bibliothek, der Kreismusikschule und den Angeboten der Volkshochschule ergänzen wir die Bildungsangebote.
Langfristig müssen aber auch die notwendigen Schülerzahlen sichergestellt werden. Dafür gilt es ebenso die Lebensqualität, soziales Engagement und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu erhöhen bzw. zu fördern, um die Stadt Reichenbach mit ihren Ortschaften und Ortsteilen attraktiv für junge Familien zu gestalten.
2. ++ Welche Chancen sehen Sie für eine Belebung des Marktplatzes?++
Mit dem Umzug der Volks- und Raiffeisenbank auf den Markt und dem Bau des Netto-Marktes auf der Fläche der ehemaligen Klubgastätte „Zur Sonne“ leitete die Stadt einen ersten Schritt zur Stärkung der Innenstadt ein. Dies allein wird aber zur Belebung des Marktplatzes nicht ausreichen.
Der Marktplatz soll wieder ein Handelsmittelpunkt für die ganze Gemeinde und das Umland werden. Eine Geschäftsbelebung wird gefördert. Dafür werden zum Beispiel ein zeitweiliger Erlass der Grundsteuer, Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Mietzahlung und eine Teilbeparkung des Marktes geprüft. Um dem kahlen Anblick leer stehender Geschäfte entgegenzuwirken, sollte in Abstimmung mit den Eigentümern eine Dekoration der Schaufenster erfolgen. Geschäftsinhaber, die mit ihrer Gestaltung der Außenflächen zur Steigerung der Attraktivität beitragen, sollten einen Kostenerlass bei Nutzung des Bürgersteiges erhalten. Die Stadtverwaltung unterstützt bei der Vermittlung von Nutzungsgemeinschaften. Direktvermarkter und traditionelles Handwerk sind dabei ein besonderer Anziehungspunkt. Zu den Gewerbetreibenden muss ein stetiger Kontakt gehalten werden. Denkbar ist die intensivere Einbindung in den technischen Ausschuss. Der Bürgerwille soll berücksichtigt werden. Ein böses Erwachen, wie bei den Folgen des Sanierungsgebietes, wo die finanziellen Belastungen erst bei der Zahlungsaufforderung klar wurden, darf sich keinesfalls wiederholen.
3. ++Wie kann sich die Stadt auch künftig ihr Freibad leisten?++
Viele Reichenbacher identifizieren sich mit dem Freibad und knüpfen Erinnerungen daran. Ob man künftig für den Badespaß tiefer ins Portemonnaie greifen muss oder wir uns das Bad nicht mehr leisten können, hängt unter anderem vom Sanierungsbedarf, eventueller Rückstellungen und vor allem von der sehr hohen Verschuldung ab. Weder die RIS bei ihrer Jahresbilanz im Stadtrat, noch der Bürgermeister machten dazu Aussagen. Dass es zukünftig einen erhöhten finanziellen Bedarf geben wird, erklärt sich alleine schon aus der fehlenden Möglichkeit auf Ein-Euro-Jobber zurückzugreifen. Der Badverein hat dabei eine wichtige Aufgabe. So könnte er Sponsoren suchen und Ehrenamtliche für Hilfe im Bad organisieren. Für zusätzliche Einnahmen ist zu prüfen, ob z.B. flexible Verlängerungen der Öffnungszeiten an guten Badetagen, Nachtbaden oder die Organisation anderer Events, auch in Verbindung mit der Skateranlage möglich sind.
4. ++ Wie wollen Sie in Reichenbach und in den Ortsteilen weiter beim Schutz vor Hochwasser vorgehen?++
Aus den Erfahrungen der Katastrophen in den Jahren 2012 und 2013 bekam der Hochwasserschutz einen neuen Stellenwert. Im Ergebnis daraus entwickelte die Stadtverwaltung ein Risikokonzept „Hochwasser“. Dieses wird, unter Einbindung der betroffenen Bürger, schrittweise umgesetzt, in regelmäßigen Abständen aktualisiert und weiter entwickelt. Bebauungspläne müssen, soweit noch nicht geschehen, entsprechend angepasst werden. Die Oberflächenentwässerung, wie sie schon vorhanden war, (z.B. Erneuerung der alten Gräben) muss wiederhergestellt werden. Hier können wir auf die Erfahrungen unserer Vorfahren zurückgreifen. Bereits vorhandene Regenwasserableitungspläne sollen genutzt werden.
5. ++Hat Reichenbach Platz für Asylbewerber?++
Ob und wieviel Asylbewerber nach Reichenbach kommen liegt nicht in der Hand der Stadt Reichenbach. Wenn der Fall eintritt, halte ich es für wichtig, die Bürger rechtzeitig über den Sachstand zu informieren und in die Planungen einzubinden. Nur so können Hinweise berücksichtigt sowie Bedenken und Ängste abgebaut werden. Eine zentrale Unterbringung halte ich für die schlechteste Unterbringungsform. Um eine Integration sicherzustellen und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern, ist es wichtig, den Asylbewerbern die Möglichkeit eines geregelten und strukturierten Tagesablaufs zu verschaffen. Dazu zähle ich unteranderem die Erledigung der normalen haushaltsnahen Arbeiten (z.B. Reinigungsarbeiten, Küchendienst etc.) in ihrem Lebensumfeld und das aktive Einbinden in das Stadt- oder Vereinsleben. Freiwillige Pflege- und Gestaltungsarbeiten in von ihnen genutzten Außenbereichen können Erfolgserlebnisse liefern und die Wertschätzung fördern. Besonders die Vereinsarbeit ist für die Asylbewerber oft eine willkommene Abwechslung und lässt persönliche Kontakte entstehen.
Sprachkurse vom Landratsamt sollten möglichst durch einen zusätzlichen Deutschkurs erweitert werden. An dieser Stelle bietet sich auch die Möglichkeit der direkten Unterstützung durch die Bürger.
6. ++ Wie stehen Sie einer Eingemeindung von Königshain und Vierkirchen, also der Umwandlung der Verwaltungsgemeinschaft in eine Großgemeinde, gegenüber?++
Mit Königshain und Vierkirchen handelt es sich um zwei attraktive Gemeinden, die Reichenbach bereichern würden. Soweit ich das überschauen kann, besteht allerdings zur Zeit ein gespanntes Verhältnis zur Stadt Reichenbach. Erst einmal sollten wir das bereinigen und Vertrauen aufbauen, um die Sachlage gemeinsam und umfänglich erörtern zu können. So wie wir die Eingemeindung von Sohland erlebt haben, möchte ich keinesfalls mit den Partnern umgehen.

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